Erfahrungen mit dem Brompton T-Line nach einem Jahr

Nach gut 1’500 Kilometern steht für mich fest: Das Brompton T-Line ist als Leichtgewicht ein echter Gewinn für meinen Alltag. Keines meiner anderen Fahrräder (nicht nur die Falträder) begleitet mich so oft und verschafft mir so viele schöne Momente. Sei es im Alltag in meiner Stadt oder auf Wochenendtrips.

Erfahrungen mit dem Brompton T-Line nach einem Jahr - hier auf einer Reise in den Tessin

Kaum ein anderes Fahrrad eignet sich so gut für die gemischte Mobilität wie ein leichtes, gut transportierbares Faltrad. Kein anderes Fahrrad hat man so oft mit dabei.

Das heisst jedoch nicht, dass ich es für alle Gelegenheiten einsetze. Mein Gravelbike kam auch viel zum Einsatz und für grössere Reisen nutze ich inzwischen bevorzugt das G-Line mit Rohloff-Schaltung. Darum hat das T-Line nach gut einem Jahr erst 1’500 km Laufleitung hinter sich.

Das T-Line ist nicht mein Langstrecken- oder Reiserad. Es ist mein Immer-dabei-Rad. So ist es durchaus möglich, dass es zwar nicht das Rad mit der höchsten Laufleistung ist, wohl aber jenes mit den meisten Einsätzen.

Alltags- und Pendler-Erfahrungen

Mit einem Kampfgewicht von nur rund 9 Kilogramm ist das T-Line wie geschaffen für den Stadtverkehr und zum Pendeln. Es lässt sich mühelos in einer vollen Eisenbahn mitnehmen, verschwindet unauffällig unter dem Restauranttisch, lässt sich leicht Treppen hinauf tragen und ist im Stadtverkehr deutlich wendiger als ein grosses Fahrrad.

Auch ohne Tasche hatte ich noch nie einen Fall, in dem sich jemand über das gefaltete T-Line in einem Verkehrsmittel geärgert hat. Weder das Personal noch die anderen Fahrgäste. Ich achte allerdings auch immer darauf, dass es sauber ist und im Verkehrsmittel einen möglichst geringen visuellen Fussabdruck hat.

Dank seines geringen Gewichts kann das T-Line einen durch die ganze Woche begleiten. Sei es im öffentlichen Verkehr oder beim abendlichen Ausflug in eine Gefahrenzone für teure Fahrräder. Denn man kann es immer bei sich tragen.

Die ca. 4 kg Gewichtsunterschied zu meinem C-Line machen einen deutlich grösseren Unterschied, als man vermuten würde. 4 kg auf dem Papier sind etwas ganz anderes als 4 kg am Arm. Das T-Line kann man auch mal 100 Meter tragen, ohne dass dieser abfällt. Man kann es auch leicht in einer Hand tragen um sich beispielsweise mit der anderen Hand an einem Geländer festzuhalten. Auch alte Bahnwagen mit hohem und engem Einstieg lassen sich damit leicht erklimmen.

Zudem sind die besser konstruierten Klemmen der Scharniere des T-Line schneller in der Bedienung. Bei einem einzelnen Faltvorgang spielt das keine Rolle. Auf einem Arbeitsweg mit mehreren Faltvorgängen hingegen schon.

Natürlich eignet sich auch ein C-Line zum Pendeln und hat ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis. Das T-Line ist jedoch viel angenehmer zu transportieren, man ist durch das geringe Gewicht beweglicher.

Wochenend-Trips

Wie in anderen Beiträgen bereits zu lesen ist, lassen sich auch mit 16-Zoll-Rädern gut längere Distanzen fahren. Zumindest solange man überwiegend auf asphaltierten Strassen unterwegs ist. Ich erinnere mich gerne an ein Wochenende im Tessin, welches wir kurzfristig geplant haben.

Wir waren in den Bergen. Es war grau und auf 1’500 Metern noch kalt. Wir hatten Lust auf Frühling, und das Tessin südlich der Alpen verspricht diesen schon im April. Dumm nur, dass das viele wissen. Entsprechend voll war der Postauto-Kurs auf der Bernina-Route, ebenso dessen Gepäckfächer. In solchen Momenten ist es sehr praktisch, ein leichtes Faltrad zu haben, das man über den Gepäckstapel im Laderaum heben kann.

Es gibt keinen vielseitigeren Rollenkoffer als ein T-Line mit Fronttasche. Damit reist es sich auch mit einem vollen Postbus bequem und entspannt in den Süden, um den Frühling und leckere Speisen zu geniessen.

Dieses genussvolle Wochenende war nur möglich, weil ich das T-Line sowieso dabei hatte. Für ein graues Wochenende im April in den Bergen nimmt man kaum extra ein normales Fahrrad mit. Ein kleines und leichtes T-Line hingegen kann man „just in case“ mitnehmen und ist so auch für ungeplante Abenteuer gerüstet.

Fahrkomfort

Im Grossen und Ganzen fährt sich das T-Line wie jedes andere Brompton mit 16 Zoll Rädern auch. Möglicherweise hat man dank der Carbon-Gabel und des neuen Lenkers etwas mehr Dämpfung. Studien gehen bei einer Carbon-Gabel aufgrund der vertikalen Elastizität von einer Reduktion der Schläge um ca. 10% aus. Bei der kurzen Gabel des T-Line macht sich das im Alltag jedoch kaum bemerkbar.

Zwei Modifikationen haben den Fahrkomfort für mich jedoch deutlich erhöht: ein Sattel, der im Kontakt mit der Hose nicht quietscht und eine Aussparung hat, sowie kompakte Ergogriffe.

Sattel: Der Standardsattel des T-Line ist zwar leicht, doch die plastifizierte Sattelnase hat ein hohes Nervpotenzial. Ich habe ihn deshalb durch einen Selle Italia SLR Boost Endurance Superflow ersetzt. Dieser ist ähnlich leicht, hat einen breiten Lovechannel und ist dank der Endurance-Geometrie auch auf längeren Strecken bequem.

Ergogriffe: Ich bin 185 cm gross und das T-Line gibt es aktuell nicht in einer H-Variante wie das C-Line. Entsprechend lastet mehr Körpergewicht auf meinen Händen. Die superleichten, runden Standardgriffe sind auf Dauer unbequem. Normalgrosse Ergogriffe, wirken am T-Line einfach zu gross. Die am G-Line verbauten kleineren Ergogriffe passen hingegen hervorragend.

Bei der Wahl des T-Line Modells würde ich mich jederzeit wieder für die Zwölfgang-Variante entscheiden. Auch wenn die Variante mit nur vier Gängen ein halbes Kilogramm leichter ist, reichen für meine Anwendungen die 160 % Spreizung einfach nicht aus. Wer mit dem T-Line nur in einer flachen Umgebung pendelt, kann damit wohl auch glücklich werden.

 Haltbarkeit und Pflegeaufwand

Gemäss Brompton wurden am T-Line die Mehrheit der Teile neu entwickelt. Viele Modifikationen an einem bewährten Produkt sind jedoch nicht immer eine gute Nachricht. Manche erinnern sich vielleicht noch an die Probleme mit den ersten Modellgenerationen von Autos. Brompton scheint das im Griff zu haben. Bisher konnte ich beim T-Line keine relevanten Schwachstellen entdecken.

Da mir Zuverlässigkeit wichtiger war als minimales Gewicht, habe ich mich von Anfang an für weniger pannenanfällige Reifen (Continental Urban Contact) und Butyl-Schläuche entschieden. Das hat sich offenbar bewährt, denn ich hatte bisher keinen Platten.

Über die orangen TPU-Schläuche kann man sowohl Gutes als weniger Gutes lesen. Auf dem Papier haben sie viele Vorteile: sie sind sehr leicht, halten den Reifendruck lange, haben eine hohe Durchstossfestigkeit und einen kleinen Rollwiderstand. In der Praxis zeigen sich jedoch gelegentlich Qualitätsprobleme, wie zum Beispiel schneller Luftverlust oder abgerissene Ventile. Leichtbau versus Verlässlichkeit ist eine Frage der eigenen Präferenz.

Auf der rauen Titan-Oberfläche haftet mehr Schmutz an als auf einem lackierten Stahlrahmen. Ich muss das T-Line nach einem regnerischen Tag oft kurz abspritzen, damit ich es am nächsten Tag erhobenen Hauptes in einem öffentlichen Verkehrsmittel mitnehmen kann. Damit kann man jedoch gut leben. Und Titan ist schliesslich korrosionsbeständig.

Die Zwölffach-Schaltung, die es inzwischen auch beim C-Line gibt, muss präziser justiert werden als die Modelle mit nur sechs Gängen. Andernfalls springt die Kette auf der Vierfach-Kassette zwischen zwei Gängen hin und her. Auch die schleichende Kabellängung im Schaltzug macht sich immer wieder mal bemerkbar. Das lässt sich jedoch mit der Stellschraube am Vierfach-Schalthebel und etwas Erfahrung leicht korrigieren. Dies sollte jedoch im Stehen erfolgen und jeweils eine Vierteldrehung pro Mal betragen.

Ist das T-Line das Geld wert?

Das ist auch nach einem Jahr Praxiserfahrung vermutlich die schwierigste Frage, denn eine pauschale Antwort gibt es nicht. Betrachtet man allein den Preis, liegt das T-Line in einem hohen Bereich für Alltagsräder. Ungefähr dort wo auch ein hochwertig ausgestattetes E-Bike liegt, und wofür viele Radfahrer auch bereit sind, tiefer in die Tasche zu greifen.

Schauen wir uns ein paar Entscheidungskriterien an:

  • Budget und Ausgabeprioritäten: Diesen Punkt nicht an die erste Stelle zu setzen, wäre arrogant. Der Preis eines T-Line kann einen oder auch zwei Monatslöhne überschreiten. Dann ist ein T-Line vermutlich die falsche Wahl. Glücklicherweise kann man auch mit preiswerteren Falträdern viel Freude haben.
  • Häufigkeit der Nutzung: Wer sein Faltrad nur selten nutzt, also nicht mehrmals pro Woche auf die Leichtigkeit des T-Line angewiesen ist, kann sein Geld auch sinnvoller ausgeben. Natürlich ist das T-Line ein Schmuckstück, aber wer möchte schon ein Hipster sein?
  • Mobilitätsstil: Wenn Sie den Kaufpreis stemmen können und planen, Ihr neues Faltrad häufig zu nutzen, ist dies das entscheidende Kriterium. Benötige ich ein Faltrad, das mich bei möglichst vielen Gelegenheiten durch die Woche begleitet? Will ich es oft dabei haben, selbst wenn ich es vielleicht gar nicht benötige? Wenn das der Fall ist, wählen Sie mit dem T-Line das richtige Modell. Sonst tut es auch ein C-Line oder als Kompromiss ein P-Line.

Diese Kriterien wurden bewusst im Hinblick auf die Wahl eines Brompton mit 16-Zoll-Rädern zusammengestellt. Wer nicht nur über den möglichen Kauf eines T-Line nachdenkt, sollte sich im Klaren darüber sein, was ihm an einem Faltrad generell wichtig ist: Wie weit möchte ich fahren, wie viel Transportkapazität benötige ich, möchte ich Fahreigenschaften möglich nahe an einem normalgrossen Fahrrad?

Es gibt neben den verschiedenen Brompton noch viele andere hochwertige und leistungsfähige Falträder. Ein sorgfältiger Vergleich lohnt sich, um das Faltrad zu finden, welches die eigenen Bedürfnisse möglichst gut abdeckt. Dazu finden Sie in diesem Blog folgende Beiträge und Seiten:


Kommentare

9 Antworten zu „Erfahrungen mit dem Brompton T-Line nach einem Jahr“

  1. Danke für die Neuausgabe Deines Review über das T-Line.
    Man liest ja (nicht sehr überraschend weil preislich einfach viel zu hoch für Viele) vergleichsweise wenig darüber. Insbesondere über die 12-Gang-Variante. Und wenn, werden die 12 Gänge ja eher kritisch gesehen auf das Gewicht bezogen.

    Ich kann Dir aber nur in allen Punkten bepflichten. Außer dem mit dem Monatslohn: arbeitet man nicht gerade in Helvetia, sind das gleich mal mindestens 2 Monatslöhne…
    Fragt man mich mal nach meinem unscheinbaren Velociped, sage ich erst mal „heillos überteuert“ um ein wenig den Wind aus den Segeln zu nehmen.

    Auf der anderen Seite:
    Mein T-Line 12-Gang ist die beste Anschaffung (gut, ich sagte das bereits auch über das C-Line) seit vielen Jahren. 20 Jahre nicht mehr mit dem Rad gefahren und lediglich mit Auto tätglich 120 KM pendeln zur Arbeit – und von heute auf morgen ein Brompton zugelegt aus einer Laune heraus.

    Nach nun 3 Jahren C-Line und seit Frühjahr 2025 auch das T-Line hat sich nicht nur beim Weg in die Arbeit so gut wie alles verändert. Das T-Line ist mein Pendel-Gefährt (in Kombi mit Eisenbahn), ich fahre damit am Wochenende regelmäßig auch längere Touren im bergigen Österreich bis 80km am Stück. Und hier spielen die 12 Gänge genüber den 4 der leichteren Variante das volle Potential aus das ich nicht missen würde wollen.

    Das geringere Gewicht des T-Line ist – wie Du schreibst – mehr als „nur“ die 4 kg leichter. Es ermöglicht genau den Stil zu pflegen, den ich mir eigentlich vom C-Line erwartet habe (und der fast, aber nicht ganz aufgegangen ist). Es ist ebenfalls mein Immer-Dabei-Gefährt. Vor allem das Handling in der Bahn und die Möglichkeit, es über längere Strecken einfach zu tragen machen den großen Unterschied aus gegenüber dem C-Line.

    Der ganz große Unterschied ist – vielleicht etwas unerartet – auf steilen Schiebestrecken bergauf zu bemerken. So leicht hat sich noch kein Rad mit einer Hand angefühlt. Für mich eine große Erleichterung. Das geht (wie dieses Wochenende aktuell erfahren) soweit, dass ich das T-Line über vielleicht 30 Minuten statt einen steilen Schotterweg bergan (und auch bergab) zu schieben einfach geschultert habe. Das wäre mit dem C-Line so bequem und einfach definitiv nicht gegangen. Gut – mit dem C-Line wäre ich zumindest bergab gefahren –> siehe:

    Ist das C-Line nun in meinem Fall ein Staubfänger?
    Nicht ganz. Harte Touren auf Schotter und abseits davon mache ich nach wie vor damit. Um das T-Line ein wenig zu schonen. Ob es notwendig ist, kann ich nicht beurteilen. Aber nach einem unabsichtlich mitgefahrenen Moutainbikerennen in den Alpen (Salzkammergut-Trophy) und noch der einen oder anderen Tour weit über der Baumgrenze ohne Weg war das C-Line ein wenig arg ausgeleiert am Hauptscharnier. Dafür ist ein Brompton zuwar nicht gebaut – aber man probiert halt so Einiges aus in der ersten Begeisterung.

  2. Avatar von Dieter

    Ich bin froh, dass ich diese Berichte von Brompton T-Line Alltagsfahrer gefunden habe, anstatt Werbungstexte.
    Ich habe altershalber ein Occ. T-Line gekauft wegen dem Gewicht. Mit tiefen S-Lenker fühle ich mich aber nicht so sicher beim fahren und mit dem 50er Kettenblatt war mir der kleinste Gang trotz der 12 Gänge zu gross. Habe nun das T-Line auf M-Lenker und 44er Kettenblatt umbauen lassen. Ich war davon ausgegangen, dass das Fahrgefühl damit dem C-Line entsprechen sollte. Habe nun aber festgestellt, dass sich das T-Line auch mit M-Lenker für mich unruhiger und unstabiler fährt als das C-Line. In einem Testbericht hatte ich aber das Gegenteil gelesen, dass das T-Line wegen längerem Radstand stabiler wäre. Ich habe nun so gut wie möglich nachgemessen und konnte kaum einen Unterschied feststellen. Das C-Line scheint eher einen um 5mm längeren Radstand zu habe von der gebogenen Stahlgabel herkommend.
    Was habt ihr für Erfahrungen bei der Fahrstabilität gemacht?
    (mein Occ. T-Line hatte eine neue Schmolke Carbon Sattelstütze und Superlight Carbonsattel mit dabei, welche ich nun günstig abgeben würde)
    Besten Dank für euer Feedback 🙂

    1. Avatar von Jacques

      Lieber Dieter

      Für die Unterschiede im Fahrverhalten gibt es wohl mehrere Gründe, die sich in Summe bemerkbar machen. Beginnen wir mit dem offensichtlichsten Unterschied, dem Rahmenmaterial: Titan hat eine geringere innere Dämpfung als Stahl. Zudem werden Titanrohre aufgrund der geringeren Stetigkeit von Titan voluminöser dimensioniert. Was man dem T-Line ja auch ansieht. Vibrationen werden so weniger absorbiert als bei Stahl. Ein Titanrahmen hat darum meist weniger Eigendämpfung als einer aus Stahl, insbesondere bei kurzen Schlägen. Darüberhinaus gilt die kurze Carbon-Gabel gilt als steif und überträgt Vibrationen direkter als eine Stahlgabel, was bei unebener Strasse zu einem unruhigeren Lenkgefühl führen kann.

      Zudem ist das T-Line rund 4 kg leichter als ein C-Line. Dadurch wird es lebendiger, wendiger und es beschleunigt schneller. Durch das geringere Gewicht fehlt eine gewisse stabilisierende Trägheit, insbesondere bei niedriger Geschwindigkeit oder bei kleinen Lenkbewegungen. Das kann sich als nervös anfühlen.

      Auch mit M-Lenker soll die Lenkerposition beim T-Line etwas tiefer liegen (nicht nachgemessen), da der Titan-Rahmen vorn etwas flacher bauen soll. Du sitzt also tendenziell gestreckter und tiefer, was den Schwerpunkt leicht nach vorne verschiebt. Theoretisch verändert sich so das Lenkverhalten subtil, aber vielleicht spürbar: Es wird direkter, aber auch weniger gutmütig, vor allem wenn man entspannt cruisen will.

      Ich weiss nicht, was für Reifen Du montiert hast. Standardmässig kommen beim T-Line schmale Leichtreifen zum Einsatz, welche mit hohem Druck gefahren werden (> 6 bar). Die C-Line dagegen wird häufig mit breiteren Schwalbe Marathon oder Marathon Racer gefahren. Schmalere Reifen und höherer Druck führen zu weniger Eigenstabilität und weniger Fahrkomfort. Das Rad wirkt dadurch insgesamt weniger ruhig, vor allem bei Bodenunebenheiten oder Kopfsteinpflaster. Versuche es allenfalls mit breiteren Reifen und etwas weniger Luftdruck.

      Die offizielle Geometrie der beiden Modelle ist fast identisch. Ich habe jedoch gelesen (nicht nachgemessen), dass die Carbon-Gabel des T-Line etwas weniger Vorbiegung (Offset) hat, als die Stahlgabel der C-Line. Das ergäbe einen kleineren Nachlauf, was zwar die Agilität erhöht, aber auch den Geradeauslauf reduziert. Das Rad wirkt schneller nervös bei Lenkbewegungen oder auch Seitenwind.

      Ich würde dem T-Line nochmals eine Chance geben und es mit anderem Luftdruck und allenfalls anderen Reifen versuchen. Vielleicht hilft es auch etwas, den Sattel leicht nach Vorne zu verschieben, um etwas aufrechter zu sitzen. Dann würde ich auch auf die Griffe achten. Ich habe auf meinem T-Line die schmalen Ergogriffe drauf, mit denen das G-Line ausgeliefert wird. Die scheinen mir Vibrationen und kleine Stösse besser zu dämpfen als die dünnen und ultraleichten Schaumgriffe.

      Gruss
      Jacques

    2. Hier meine Erfahrung mit Fahrgefühl C-Line versus T-Line, beide in M-Höhe:

      Sie decken sich großteils mit Jacques. Beide Räder sind mit mir nun schon ein paartausend Kilometer gefahren. Der Vergleich ist also einfach.

      Agilität:
      Viel Unterscheid merke ich nicht. Weil das T-Line zwar leichter ist und damit weniger träge Masse hat, aber auch der Lenker breiter. Das gleicht sich für mich mehr als aus. Mit beiden Rädern bin ich bereits bergab schon über 80km/h gefahren. Aus der Erinnerung war das T-Line dabei sogar etwas stabiler. Vielleicht aufgrund des etwas breiteren Lenkers. Für mich bei höheren Geschwindigkeiten also T-Line mehr stabil. Bei geringen in der Stadt vielleicht einen kleinen Tick weniger als das C-Line, weil man mit dem C-Line mehr Masse dreht und sich die Rotation der Räder weniger physikalisch auswirkt (Drehimpuserhaltung).

      Dämpfung:
      Für mich dämpft das T-Line sogar mehr mehr (im Gegensatz zu Jacques Angaben). Das ist das erste, was mir auf Kopfsteinpflaster aufgefallen ist. Allerdings durch die per default verbauten dünnen Renn-Reifen ist es auf Schotterwegen wiederum etwas instabiler. Das scheint aber nur eine Frage der Reifen zu sein. Zumindest bei mir.

      Geometrie:
      Ja, ich kann Jacques bestätigen. Es fühlt sich etwas weniger bequem an. Der Abstand Lenker-Sattel ist minimal größer und irgendwie (nicht nachgemessen) sitzt man ein klein wenig tiefer gebeugt drauf. Mit dem C-Line (ich bin recht klein) konnte ich den Lenker knapper an mich heranbringen und damit aufrechter sitzen. Das geht mit dem T-Line nicht so stark, weil der Lenker flacher gebaut ist und damit ein Vor oder Zurückdrehen weniger Wirkung hat. Das C-Line kann so gesehen mehr auch – wenn man will – wie ein Holland-Rad gefahren werden mit aufrechter Position.
      Fazit: am meisten Wirkung für mich hat die Lenkergemetrie, mit der sich das C-Line etwas mehr an die eigenen Bedürfnisse anpassen lässt.

      Griffe:
      Kann ich nicht beurteilen, bei beiden Rädern habe ich die originalen dünnen montiert.

      Gesamtfazit:
      Ich mache fahre fast ausschließlich nur noch mit dem T-Line. Vor allem lange Strecken bis 100km fühlen sich deutlich besser an, da man etwas sportlicher draufsitzt was einem dabei entgegen kommt. In der Stadt fühlt sich das T-Line ebenso besser an, da hier wiederum die gefühlt ganz leicht erhöhte Agilität mir entgegenkommt.
      Lege ich es aber auf Bequemlichkeitsgefühl beim Fahren an, könnte das C-Line etwas besser sein. Dafür sind lange Strecken etwas weniger gut für das C-Line.

      Der größte Pluspunkt ist aber das nun wirklich tragbare Gewicht. Das ist 100:1 gegenüber dem C-Line. Ob es nun das Tragen am Bahnsteig ist oder das Reinheben ins Auto oder das Schieben steil bergauf.

      1. Avatar von Dieter

        Guete Tag Christoph und Jacques
        vielen Dank für eure ausführlichen Antworten!!
        Dass Titan weniger dämpft war mir nicht bekannt. Ich dachte, dass nur Alu harter wäre. Ich war der Auffassung, dass Titan-Velos immer das non-plus-ultra wären, von den Eigenschaften her gleich wie Stahl, aber einfach leichter und rostfrei. Bei der Gabel hatte ich angenommen, dass die T-Line von der geraden Form her härter sein müsste als die gebogene C-Line, trotz Carbon (es gibt auch harte Carbon-Gabeln).
        Ich habe nun mein T-Line und C-Line nachgemessen.
        Der Abstand zwischen Sattelnase und Mitte Lenkerklemmung ist beim T-Line ca 5 mm länger bei gleichem Sattel (Fizik Vitesse).
        Die Lenkerhöhe (gemessen jeweils Mitte Griff) ist bei beiden ca 104 cm und auch die Sattelhöhe ist bei beiden ca 98cm vom Boden zur Sattelmitte).
        Es scheint, dass ich gefühlsmässig die Ergonomie bei beiden Velos ziemlich gleich eingestellt habe.
        Beim T-Line habe ich schnell mal ein bisschen Luft bei den hart gepumpten Pneus rausgelassen, weil zu hart (und lauter/Resonanz). Durch den grösseren Rohrdurchmesser beim T-Line wird die Resonanz auf Kies lauter sein als beim C-Line. Deshalb hatte ich evtl. auch den Eindruck, dass es unruhiger fährt. Ich nehme an, dass ebenfalls der gebogene dünne M-Alulenker vom C-Line dämpft. Einfach beim Fahren scheint mir die T-Line Lenkung direkter und unruhiger zu sein (gerade Gabel). Wird bestimmt auch gewohnheitssache sein. Aber 80 kmh mit 16 Zoll wäre mir viel zu schnell und zu gefährlich – wird auch altershalber sein. Bei 28 Zoll bremse ich inzwischen ab 50/60 kmh und beim C-Line ab 40 kmh. Mit dem T-Line bin ich noch nicht viel und noch keine langen gerade Abfahrten gefahren.
        Dank euren Berichten kann ich mir nun aber ein besseres Bild machen und meine Eindrücke relativieren. Vom Gewicht her ist für mich das T-Line ideal zum Tragen (Treppen, hohe Zugeinstiege etc.). Das breitere Roller-Rack mit den 4 Rädchen ist beim C-Line aber super zum schieben, sogar mit Tasche drauf. Für eine längere Tour mit mehr Gepäck und mit Naturstrassen werde ich wahrscheinlich das C-Line nehmen (beim C-Line ist auch das Stecklicht super, bei Nacht oder Tunnels). Für tägliche kürzere urbane Strecken mit mehr Treppen Zug/Postautofahrten etc. oder auch für nur Asphaltstrecken werde ich das T-Line bevorzugen.
        Das T-Line ist schon ein bisschen Luxus. Aber ohne Autokosten und Flugreisen relativiert sich das Ganze…

      2. Guete Tag Christoph und Jacques
        am Wochenende fuhr ich mit Zug und T-Line von Bern nach Kölliken auf Besuch, bis Aarau mit dem Zug und mit dem T-Line nach Kölliken.
        Ich war froh über’s leichte T-Line, weil die Umsteigezeit in Olten jeweils nur knapp für die Treppe reichte. Die Distanz zur Rampe oder den Lift wäre zu lang gewesen.
        –> das leichte T-Line war wirklich ideal für mich, und ich werde es nun behalten. Inzwischen habe ich mich auch ans neue Fahrverhalten vom T-Line gewöhnt und fühle mich gleich sicher wie auf dem C-Line.
        Danke nochmals für eure Kommentare und Tipps.
        Gruess
        Dieter

        1. Avatar von Jacques

          Hallo Dieter

          Schön, dass Du Dein T-Line wieder gerne nutzt. Hast Du gesehen, dass wie am Sonntag 10. August am Slow-up Brugg einen Origami-Ride machen werden. Vielleicht hast Du ja Zeit. Eine gute Gelegenenheit, andere Faltradfahrer zu treffen. Details auf der Seite zu den Anlässen.

          Gruss
          Jacques

  3. guten tag miteinander
    ich habe beim T-Line jetzt noch die Schaumgummi Lenkergriffe gewechselt auf die gerillten standard von Brompton.
    Der bessere Kontakt durch die Gummigriffe (nicht „schwammig“ wie die Schaumgummi), macht für mich viel aus. Die Vorzüge des breiteren Lenkers kommen damit besser zum tragen. Ich kann die Gummigriffe auch seitlich wie Hörnchen halten zum Position wechseln.
    Die + 50 Gramm haben sich gelohnt. Ich habe damit bessere Kontrolle und auch mehr Zug am Lenker bei Steigungen.
    Gruss
    Dieter

  4. danke Jacques noch für die Info zum slow-up von Brugg. mir wird’s am 10. wahrscheinlich zu heiss sein – ertrage die Hitze leider nicht mehr 😐

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