Die Dombes sind eine liebliche und flache Landschaft mit unzähligen, vor langer Zeit künstlich angelegten Teichen (Etanges) im Norden von Lyon. Die Region ist über den Bahnhof Part Dieux in Lyon mit der Eisenbahn gut erreichbar und eignet sich perfekt für ein langes Wochenende im Frühling.

Die Region
In der Region der Dombes geht es ausgesprochen ländlich zu und her. Viele kleine und wenig befahrene Landstrassen, kleine Ortschaften, wenig Touristen und viel Natur – es gibt also viele Gelegenheiten, schöne Momente zu erleben.

Es ist wichtig, die Hotels im Voraus zu buchen. Das Angebot ist zu begrenzt, um auf gut Glück loszufahren. Ebenso gibt es in vielen der kleinen Orte keine Einkaufsmöglichkeiten. Darum auch die Verpflegung unterwegs rechtzeitig einkaufen.


Es kann hier wirklich leer sein. Man begegnet ausserhalb der Ortschaften wenig Menschen, findet dafür auch nur wenig Infrastruktur. Trinkwasser, Verpflegung und ein Ersatzschlauch sollte man immer dabei haben. Gelegentlich findet man ein einfaches Lebensmittelgeschäft.

Die Region eignet sich wunderbar für geruhsames Reisen, wenn der Weg das Ziel ist. Umso wichtiger ist es, die Etappen so zu wählen, dass genügend Zeit bleibt, auch einmal an einem Etang zu verweilen, Vögel zu beobachten, oder in einem der Orte einen Kaffee zu geniessen.

Da es flach ist und wenig Autoverkehr hat, eignen sich die vielen kleinen Landstrassen auch für eine Radtour mit Kindern. Wir haben die Region schon bereist, als unsere Kinder noch mit 20″ Rädern unterwegs waren.
Die Ortschaften
Wir haben die Dombes mehr als einmal bereist, weshalb hier auch Orte aufgeführt sind, welche wir auf dieser Tour nicht angefahren haben.
Villars-les-Dombes
Villars bezeichnet sich selbst als Hauptort der Dombes. Das mag stimmen, da die anderen Orte in der Region noch kleiner sind. Eine Bar und zwei Restaurants, dafür aber mit viel französischem Charme – das ist Villars.



Abends ist in Villars nichts los. Es gibt im Ort deutlich mehr Wasservögel als Nachtvögel. Die Einkaufsmeile ist auch überschaubar, bietet aber eine Bäckerei und eine Metzgerei. Dafür sind die Zimmer in der Domaine de la Bellière sehr gemütlich.
Tipps
- Im Restaurant La Grenouille gibt es – na was wohl?
- Für die Übernachtung empfiehlt sich die Domaine de la Bellière. Ein von einem Ehepaar wirklich gut geführtes Haus mit liebevoll gestalteten Zimmern. Alleine das Frühstück ist eine Reise wert.
- Der Vogelpark bietet viel und ist gross. Man braucht mindestens einen halben Tag um ihn zu erkunden. Ein Besuch lohnt sich.
- In Villars kann man gut auch mehr als eine Nacht verbringen, und Tagestouren durch die Dombes ohne Gepäck machen.
Châtillon-sur-Chalaronne
Châtillon hat viel Geschichte. Man sollte mindestens zwei Stunden für eine Besichtigung einplanen, um die teilweise versteckten Details zu entdecken, die den Charme des Ortes ausmachen.
Da wir Hunger und Lust auf einen Aperitif hatten, verpassten wir leider gute Bilder des malerischen Ortskerns zu machen.


Tipps
- Von der Anhöhe des alten Schlosses aus hat man einen schönen Blick über Châtillon. Der Aufstieg über die Impasse des Remparts dauert nur wenige Minuten und ist die kleine Anstrengung wert.
- Bekannt ist die ganze Region für die Bresse-Hühner, was allerdings kein billiges Vergnügen ist. Sie schmecken aber hervorragend und sind ihr Geld wert. In der Auberge de Montessuy gibt es Bresse Poularden die den Namen auch wirklich verdienen.
Bourg-en-Bresse
Bourg ist eine richtige kleine Stadt, in der auch was los ist. Entsprechend kann man bei der Einfahrt am Abend in üblen Feierabendverkehr geraten – was nach der Ruhe in den Dombes noch mehr auffällt.

Tipps
- Zu Fuss durch die Altstadt flanieren und nach Spuren der reichen Vergangenheit der Stadt suchen.
- Die Klosterkirche von Brou soll ein Meisterwerk der Gotik sein.
- Zahlreiche gut besuchte Bars mit Aussenbereich laden zum Verweilen ein.
Tourenvorschlag


Tag 1: Anreise in Lyon
Lyon ist eine Übernachtung wert. Sehenswerte Altstadt, unzählige Restaurants (Bouchons), aber auch viele Touristen. Gut essen ist schwieriger als man denkt – zumindest in Lokalen, die keine Sterne oder Hauben tragen.
- Vieux Lyon sollte man gesehen haben, auch wenn es ein touristischer Hotspot ist. Dort zu essen, kann entsprechend eine Enttäuschung werden. Wenn schon, dann wenigstens eines der traditionellen Gerichte, wie z.B. Blutwurst (Boudin) oder Kalbskopf (Tête de veau). Eigentlich geht es in Bouchons immer um Wurst und Fleisch.
- Zum Einkauf von Verpflegung eignen sich die Halles de Lyon Paul Bocuse. Man findet alle erdenklichen Spezialitäten der französischen Küche. Wir können an den verschiedenen Pâté en Croûte einfach nicht vorbeigehen. Taschenmesser mitnehmen!
Tag 2: Lyon nach Villars-les-Dombes (50 km, 370 Hm, 3.5 h)

- Von Lyon kommend, muss man zuerst auf die Höhe des Plateaus der Dombes kommen. Alternativ gibt es einen Regionalzug nach Saint-André-de-Corcy.
- Wer zwei Nächte in Villars-les-Dombes verbringen will, um genügend Zeit für den Vogelpark zu haben, kann auch direkt dorthin weiterfahren. Aufgrund der Lage mitten in den Dombes kann man immer noch ein paar Kilometer zwischen den Etangs radeln.
Tag 3: Villars-les-Dombes nach Châtillon-sur-Chalaronne (50 km, 280 Hm, 3 h)
- Die Route führt auf Umwegen über Chalamont, St-Nizier-le-Désert und Saint-Paul-de-Varax nach Villars. Diese Orte bieten wenig, gehören aber trotzdem irgendwie zum Erlebnis der Dombes.
- Entsprechend lässt sich die Route leicht verkürzen – zum Beispiel, wenn man mit Kindern reist.
- Es ist empfehlenswert, rechtzeitig in Châtillon anzukommen. Der Ort ist wirklich pittoresk. Es wäre schade, nicht genügend Zeit für eine ausgiebige Besichtigung zu haben.
Tag 4: Châtillon-sur-Chalaronne nach Lyon (52 km, 260 Hm, 3.5 h)
- Diese Route führt auf den ersten 2⁄3 der Strecke leider durch relativ langweiliges Landwirtschaftsgebiet. Empfehlenswerter ist es, nochmals durch die Dombes zu kurven, und dann einen Regionalzug zurück nach Lyon zu nehmen. Auf Google Maps findet man die Orte mit Bahnhöfen.
- Von Lyon Part Dieu ist Rückreise an viele Orte noch am gleichen Tag möglich – wenn da nur die regelmässigen Bahnstreiks nicht wären.

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