Winterzeit ist Faltradzeit

Der Winter ist keine einfache Jahreszeit zum Radfahren. Kälte, Nässe und ein grauer Himmel laden nicht dazu ein. Dabei gibt es hier in Mitteleuropa nur noch wenige Tage mit klirrender Kälte und vereisten Strassen. Winterzeit ist Faltradzeit.

Winterzeit ist Faltradzeit. Ein Brompton steht vor Schneekanonen.

Oft herrschen fünf Grad oder mehr, Temperaturen, bei denen man sich leicht warm genug anziehen kann. Mit der richtigen Ausrüstung wird Radfahren zum Wintersport. Mit dem Faltrad lässt sich gelegentliches Radfahren zudem leicht in den Alltag integrieren.

Gerade in der kalten Jahreszeit punktet das Faltrad durch seine Flexibilität und die einfache Mitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln. Wenn man abends keine Lust mehr hat selbst zu fahren oder die Bedingungen einfach zu schlecht sind, nimmt man eben die Strassenbahn. 

Ein Faltrad darf bekanntlich ohne Ticket in öffentliche Verkehrsmittel. Selbst in der Stosszeit. Das gesparte Geld reicht für einen Kaffee an der Wärme. Auch dorthin darf das Rad mitkommen und muss nicht draussen warten.

Warum im Winter überhaupt draussen Rad fahren?

Es geht um Gesundheit, Zufriedenheit und Formerhalt. Wer mehrere Monate lang nicht radfährt, hat es im Frühling schwer, wieder in die Gänge zu kommen. Je älter man ist, desto mehr. 

Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Studien, die den gesundheitlichen Nutzen von Bewegung an der frischen Luft, insbesondere im Winter, belegen. Das sind die Gründe:

  • Bewegung an der kalten Luft fördert die Durchblutung, stärkt das Herz-Kreislauf-System und aktiviert die körpereigenen Abwehrkräfte. (Quelle)
  • Der Wechsel zwischen kalter Aussenluft und warmer Innenluft schult die Anpassungsfähigkeit des Körpers.
  • Moderates Ausdauertraining senkt das Risiko für Erkältungen und Infektionen durch eine vorübergehende Aktivierung der Immunzellen. (Quelle)
  • Bewegung an der frischen Luft regt die Produktion von Endorphinen und Serotonin an. Das sind unseren natürlichen Glückshormone, die gerade in der grauen Jahreszeit so wichtig sind. Mehr dazu im Beitrag „Wie Falträder glücklich machen können„.
  • Auch wenn das Tageslicht im Winter schwächer ist, trägt es dazu bei, die Vitamin-D-Produktion anzukurbeln. Zudem stärkt es den zirkadianen Rhythmus, was zu besserer Schlafqualität führt. (Quelle)
  • Kälte sorgt dafür, dass der Körper zusätzliche Energie verbraucht, um die Körpertemperatur stabil zu halten. Das hilft, das Gewicht zu kontrollieren und den Stoffwechsel aktiv zu halten.

Dabei zeigen bereits kurze Einheiten von 15 Minuten messbare Effekte auf Stimmung und Stoffwechsel. Warum also nicht die Mittagspause oder den Weg zum Bahnhof nutzen, um etwas Gutes für sich zu tun? Das Faltrad hat man schliesslich dabei.

Ein  Faltrad ist wintertauglich

Radfahren im Winter erfordert etwas Überwindung. Auf dem Arbeitsweg ist es dunkel und auf dem Heimweg regnet es leicht. Die mentale Energie ist spätestens nach dem dritten Teams-Call vollständig aufgebraucht. Sich jetzt noch aufs Rad zu schwingen, ist nicht mehr drin. Wie gut, wenn man dann ein Faltrad dabei hat.

Die Vorteile eines Faltrads in der kalten und nassen Jahreszeit liegen auf der Hand:

  • Selbst zu Stosszeiten lässt sich das Faltrad problemlos in die Strassenbahn oder den Zug mitnehmen.
  • Während grosse Fahrräder draussen im Regen stehen müssen, parkt das Faltrad platzsparend neben dem Schreibtisch und bleibt den ganzen Tag trocken.
  • Die wenigen Sonnenstunden zur Mittagszeit sind perfekt für eine kurze Ausfahrt. Statt nur zum Kebab um die Ecke zu spazieren, kommt man mit dem Rad auch zum Poke-Bowl-Lokal im Zentrum.
  • Kleine Räder mit Schutzblechen sorgen dafür, dass die Arbeitskleidung auch nach einer Fahrt durch nasse Strassen sauber bleibt. So kann man auch die schöne Daunenjacke tragen.

Das Faltrad macht den Arbeitsweg im Winter zwar nicht unbedingt angenehmer, aber zumindest erträglicher. 

Die Ausrüstung macht den Unterschied

Auch winter- und radtaugliche Kleidung kann bürotauglich sein. Elegante Softshells, dunkelblaue Midlayer aus Merinowolle, ordentliche Jeans und gut gepflegte Freizeitschuhe aus Leder sind heutzutage auch in Vorstandssitzungen keine Seltenheit mehr. Und trotzdem lässt es sich damit auch gut Rad fahren.

Unterwegs sorgen eine dünne Mütze unter dem Helm, eine wind- und wasserdichte Jacke sowie warme Handschuhe für Wohlbefinden. Besonders die Mütze ist wichtig, denn wenn der Körper gut eingepackt ist, geht über einen ungeschützten Kopf überproportional viel Wärme verloren. Wer längere Strecken fährt muss zudem die Hände und Füsse gut einpacken.

Eine gute Beleuchtung ist in der dunklen Jahreszeit essenziell. Sie ist günstig zu haben und lässt sich je nach Modell mit dem USB-Ladegerät des Handys laden. Wer oft im Winter mit dem Rad unterwegs ist, sollte sich zudem die Anschaffung eines weniger belüfteten Winterhelms überlegen. Oft sind solche Modelle relativ günstig zu haben.

Auch in der Stadt ist eine gute Beleuchtung trotz Strassenbeleuchtung wichtig, um von den Autofahren gesehen zu werden. Es ist ratsam, die Beleuchtung vorne und hinten auch am Tag eingeschaltet zu lassen. Reflektierende Elemente am Körper geben zusätzliche Sicherheit, da bewegte Reflexpunkte besser wahrgenommen werden.

Zu guter Letzt

Es kostet tatsächlich etwas Überwindung, auch im Winter gelegentlich mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. Darum ist es wichtig, die Hemmschwelle möglichst niedrig zu halten. Das Faltrad gleich neben die Haustür zu stellen, ist besser, als es jedes Mal aus dem Keller holen zu müssen.

Natürlich ist es auch wichtig, nicht zu früh aufzugeben. Wer regelmässig mit dem Rad fährt, findet schnell die richtige Ausrüstung und Routine. Und bald stellt man fest, dass man abends dank der körperlichen Aktivität zufriedener und energiegeladener nach Hause kommt. 


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