Radreisen im Pensionsalter

Eine Leserin von Faltradleben kontaktierte uns unlängst mit folgender Feststellung: „Ich dachte, die Zeit meiner Radreisen wäre langsam vorbei, bis ich mein erstes Faltrad ausprobierte. Nun mache ich Faltradreisen voller neuer Erlebnisse.“

Es muss nicht immer eine grosse Reise sein. Wenn man etwas sucht, entdeckt man auch in der Nähe schöne Orte, die sich bestens für einen Tagesausflug eignen.

Genau das wollen wir mit diesem Blog erreichen. Darum vertiefen wir hier das Thema Radreisen im Pensionsalter mit Falträdern. Falträder sind gute Reisebegleiter für alle Altersgruppen, denn man kann die Belastung skalieren.

Komfortabel Reisen

Bisher ging es auf Faltradleben meistens um die Kombination von Falträdern mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Ein Faltrad passt aber ebenso gut in den Kofferraum eines Autos und ermöglicht so ein komfortables Park & Ride auf eigene Faust.

So kann man auf Reisen ausserhalb des Zentrums parken, sein Fahrrad aufklappen und ins Zentrum fahren. Man muss sich keine Sorgen um Parkplätze machen und ist nicht auf öffentliche Nahverkehrsmittel angewiesen, deren Tarifstruktur oft nicht einfach zu verstehen ist.

Es keine gute Idee, mit dem Auto in die Nähe eines Marktes zu fahren. Besser ist es, das Auto ausserhalb zu parken und mit dem Fahrrad mitten ins Geschehen zu fahren. Oder, wie hier, auf einer Kurzreise einen Halt einlegen um ein schönes Erlebnis mehr mitzunehmen.

Das bietet auch Flexibilität für spontane Ausflüge in Museen, Cafés und pittoreske Orte abseits des Stadtzentrums. All dies, ohne den Ballast eines Autos.

Doch das Faltrad spielt nicht nur in urbanen Zentren seine Stärken aus. Auch auf dem Land, entlang von Flüssen oder Seen ist man damit entspannt unterwegs. Dank der meist gemächlichen Fahrweise riecht man den Duft der Natur, hört die Tierwelt und das Plätschern der Gewässer. All das entgeht einem als Autofahrer.

Mehr Tagesausflüge machen

Wer nicht mehr im aktiven Erwerbsleben steht, hat viel mehr Freizeit, die es gut zu nutzen gilt. Dazu ist es wichtig, rechtzeitig genügend Aktivitäten zu planen, aber auch, gelegentlich ganz spontan zu entscheiden.

Dazu gehört auch, stets einen Plan B parat zu haben. Dank der einfachen Kombination von Falträdern und öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man nicht nur unkompliziert in eine andere Region, sondern auch genauso einfach wieder zurück.

In der Schweiz ist es inzwischen auf vielen Postauto-Strecken notwendig, für ein normales Fahrrad vorab einen Platz zu reservieren. Für Falträder gilt das nicht, da sie als Passagiergepäck zählen. Zudem muss man sie nicht an den weit oben montierten Träger am Heck des Busses hochheben.

Irgendwo in einen Bus einsteigen, oder den Zug nehmen. Manchmal ist es besonders wichtig, dass das Faltrad leicht ist. Zum Beispiel wenn es zwischen den Bahnsteigen nur Treppen hat.

Wenn einem die Puste ausgeht oder das Wetter umschlägt, kann man einfach in den nächsten Bus steigen oder sich notfalls ein Taxi nehmen. Das nimmt einem auch die Sorge vor eventuell zu langen Distanzen. Diese Gewissheit lässt einen mutiger, entspannter und auch öfter losfahren, denn es gibt immer eine Transportlösung.

Mehr erleben im Alltag

Selbstverständlich eignen sich Falträder auch als Verkehrsmittel im Alltag und in der eigenen Wohngegend. Einige Modelle können beispielsweise auch als Einkaufswagen genutzt werden.

Es ist wirklich praktisch, die Falträder mit in ein Geschäft mitnehmen zu können. Zum Beispiel, wenn man kein Schloss dabei hat. Die Brompton lassen sich gefaltet und ausgeklapptem Lenker wie ein Einkaufswagen durch das Geschäft ziehen. Die Kassiererin nimmt es kaum zur Kenntnis.

Falträder eignen sich auch sehr gut für Radausflüge mit Kindern. So kommt man mit den Enkeln unkompliziert aus der Gefahrenzone Stadt. Für die Kinder ist es ein Riesenspass, wenn die Erwachsenen auch auf kleinen Rädern unterwegs sind.

Falträder sind oft ein guter Gesprächseinstieg. Während sich im Dorfkaffee kaum jemand für Carbon-Rennräder interessiert, stossen Falträder meistens auf Interesse. „Fährt es sich denn gut?“ Und schon ist man mit dem Nachbartisch im Gespräch.

Gesundheitliche Vorteile

Bewegung ist für die Gesundheit essenziell. In der zweiten Lebenshälfte ist sie eine der tragenden Säulen, um die Leistungsfähigkeit, die Muskelmasse und die kognitiven Fähigkeiten zu erhalten.

Radfahren jeglicher Art ist eine gute Ausdauersportart. Es ist gelenkschonend, die Belastung ist gut skalierbar und wie viele Aktivitäten in der Natur sorgt es auch für eine mentale Stärkung. 

Mobilitätsstudien des Bundesamts für Statistik (BFS) zeigen, dass die zurückgelegten Distanzen im Alter zwar kürzer werden, die Häufigkeit der Ausflüge aber stabil bleibt. Es wäre jedoch gut, die Anzahl zu steigern. Genau hier setzt das Faltrad mit seiner niedrigen Einstiegsschwelle an: Man geht mehr raus damit.

Wichtig: Radfahren allein genügt nicht. Um gesund zu altern, empfehlen Experten zusätzlich Krafttraining zum Muskelerhalt sowie Übungen für Beweglichkeit und Gleichgewicht. Yoga ist zum Beispiel eine gute Wahl.

All dies verlangt nach Disziplin. Ein Fitnesstracker und die Dokumentation von Bewegungsstatistiken sowie eine Erfolgskontrolle helfen vielen Menschen, mit einem gesunden Sportsgeist am Ball zu bleiben. Es lohnt sich, das einmal auszuprobieren.

Konfiguration von Faltrad und Ausrüstung

Es kostet zwar etwas Geld, das aber gut angelegt ist. Denn Gesundheit und eine gute Lebensqualität sind nicht mit Geld aufzuwiegen und schöne Erlebnisse gehören zu den besten Renditen, die man mit Geld erzielen kann.

Worauf sollte man als Käufer eines Faltrads also achten?

  • Es darf nicht zu schwer sein, möglichst unter 13 kg. So macht das Fahren mehr Spass und die gesamte Handhabung fällt deutlich leichter. Das ist zum Beispiel beim Heben des Faltrads ins Auto oder den Bus von Vorteil. Es gibt zahlreiche Modelle, die unter 13 kg liegen. Einen ersten Eindruck vermittelt die Faltrad-Marktübersicht 2026 in diesem Blog.
  • Es sollte mindestens sechs Gänge haben, besser sind jedoch etwas mehr. So ist es auch möglich, vorne ein kleineres Kettenblatt zu montieren. Damit lassen sich Anstiege deutlich leichter fahren und in der Ebene muss man trotzdem nicht wie wild kurbeln.
  • Auf Falträdern sitzt man meist aufrechter als auf normalgrossen Rädern. Das bietet eine gute Übersicht im Verkehr und in der Natur. Allerdings lastet dadurch auch mehr Gewicht auf dem Gesäss und man ist oft nicht mit einer gepolsterten Radhose unterwegs. Ein passender, weicher und eher breiter Sattel ist daher eine gute Wahl. Ihr Fachhändler hat sicher ein passendes Modell im Angebot und tauscht den Sattel beim Kauf gerne aus.
  • Für mehr Komfort lohnen sich zudem breitere Reifen (z. B. Schwalbe Big Apple), die man mit weniger Luftdruck fahren kann. Damit schlucken sie kleine Unebenheiten besser und der zusätzliche Grip sorgt für mehr Sicherheit.
  • Die persönliche Schutzausrüstung ist ebenso wichtig. Dazu gehören ein gut gelüfteter Helm mit MIPS sowie kurze Radhandschuhe mit Gel-Einlage im Bereich der Handballen. Das erhöht den Fahrkomfort und bietet Schutz vor Schürfungen bei einem Sturz.

Dann stellt sich natürlich die Frage, ob man ein E-Faltbike kaufen möchte. Das ist durchaus eine Option, denn es gibt heute erstaunlich leichte Modelle.

So wiegt das brandneue Brompton P-Line Mark II mit vier Gängen (was bei einem E-Bike ausreicht) und einer Reichweite von bis zu 80 km nur rund 16 kg. Wenn man die Fronttasche mit dem Akku abnimmt, wiegt es nur noch gut 12 kg. Ein Gewicht, das man problemlos im Kofferraum transportieren kann.

Man erkennt kaum, dass zwei der vier Räder E-Bikes sind. Die kompakte und leichte Konstruktion der Brompton (noch mit dem alten Antrieb) erlaubt es auch, diese selbst in einem Mini mitzunehmen. Und Platz für etwas Gepäck bleibt immer noch.

Mit rund 4’500 Euro kostet es mehr als ein anderes gutes E-Bike, ist aber leichter und faltbar. Natürlich gibt es etliche günstigere Produkte anderer Hersteller, die dann aber schnell 20 kg oder mehr wiegen. Als Beiboot für den Camper geht das noch. Als „oft dabei Rad“ jedoch nicht.

Auflugs- und Reiseplanung

Wie in unserem Beitrag „Effizienz unterwegs trotz kleiner Räder” nachzulesen ist, kommt dem Untergrund, d. h. der Beschaffenheit der Wege, grosse Bedeutung zu. Kurz gesagt: Auf Asphalt rollen Falträder fast so gut wie normale Räder, auf weichem Untergrund wird der Unterschied hingegen deutlich spürbar

Glücklicherweise gibt es gute Werkzeuge für die Streckenplanung, die durchaus erlernbar sind. Mit wenigen Mausklicks kann man eine Route planen und erhält genaue Angaben zu Länge, Höhenmetern und Bodenbeschaffenheit. Wir planen unsere Reisen mit Kommot und Outdooractive, für die es auch gute Apps für das Handy gibt.

Wenn man die Route einzeichnet, geben die Planungswerkzeuge alle wichtigen Daten dazu an. Links Komoot und rechts Outdooractive, welches zudem auch Sehenswürdigkeiten und aktuelle Anlässe an der Strecke kennt.

Wie beginnt man Radreisen im Pensionsalter?

Wie so oft im Leben ist es auch bei Radreisen sinnvoll, als Neuling behutsam zu beginnen und sich anhand von Praxiserfahrungen in das Thema einzuleben. Radwege um Seen oder entlang von Flüssen sind hierfür gut geeignet. 10 bis 20 km reichen am Anfang, es werden dann automatisch schnell mehr.

Auch flache Landtrassen eignen sich gut für einen Wiedereinstig in Radreisen. Wichtig bei der Planung ist auch, stets genug Zeitreserven für unerwartete schöne Momente zu haben.

Wichtig ist, einen ersten Schritt zu tun. Wer nicht gleich ein Faltrad kaufen will, kann sich an einen Fachhändler wenden. Oft kann man dort ein Faltrad für ein Wochenende ausleihen und ausprobieren, ob das was wäre.

Wer sich weiter in dieses Thema einlasen will, findet in diesen Beiträgen weiterführende Informationen:


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